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Medienfabrik

Als eines der vielen kleinen Rädchen im großen Getriebe der Bertelsmann Gruppe behauptet sich die Druckerei der Medienfabrik – Territory – in der Sparte des Offset- & Digitaldrucks. Zwar ist es naheliegend, dass einige Posten im Auftragsvolumen dem Mutterkonzern oder der ebenfalls unter dem Banner von Territory stehenden Werbeagentur geschuldet sind, allerdings arbeitet der Betrieb letztlich eigenständig – und das mit großen Konzernen, die deutschland- oder gar europaweit vertreten sind.

Vanessa Biondi, seit 3 Jahren Kundenmanagerin für Drucksachen. Ein Interview.

Frau Biondi, seit mehreren Jahren ist der Umbruch von analogen zu digitalen Medien erkennbar. Wieso haben Sie sich dennoch für diesen Job entschieden?

Weil es das Druckprodukt auch trotz der zunehmenden Digitalisierung weiterhin geben wird. Jeder von uns wird ständig mit irgendeinem Print in Berührung kommen, ob es nun eine Verpackung, ein Beipackzettel zu einem verpackten Produkt oder einfach nur eine Rechnung ist.

Man hat halt auch mal was in der Hand – kann das Produkt fühlen, zerknautschen und sogar weiterverwenden.

Das klingt, als wären Sie romatisch-haptisch veranlagt, wenn es um Printprodukte geht?

Ja, doch, das könnte man so umschreiben. Es mag jetzt ein wenig nostalgisch klingen, aber man kann, wie gesagt, eine fertige Arbeit hinterher anfassen. Bedenken Sie einfach mal wie das heute sonst so abläuft. Die meisten Gestalter – ob privat oder beruflich – sitzen nur noch vor Ihren Monitoren und erstellen irgendwelche digitalen  Grafiken, die dann irgendwo im Netz hochgeladen werden.

Welches Kundenprojekt ist Ihnen nachhaltig in Erinnerung geblieben?

Ein Großkunde aus der Lebensmittelbranche, für den wir deutschlandweit die wöchentliche Marktausstattung erstellt und ausgeliefert haben, und das über mehrere Jahre hinweg. Das heißt im Detail: Produkte wie Plakate, Aufsteller oder auch Preisschilder.

Was genau macht eben dieses Projekt zu etwas Besonderem, an das Sie sich gerne zurück erinnern?

Weil es mein Kunde war, ich das Projekt aufgebaut und den Kunden dann natürlich auch von vorne bis hinten betreut habe. Dabei habe ich dann das komplette Projekt und dessen Abwicklung koordiniert. Das Ganze dann mit ungefähr 30 Leuten als Team in der Produktion, an die es Aufgaben zu vergeben galt und für deren Belange ich auch immer ein offenes Ohr zu haben hatte.

Nun treffen Sie ja vermutlich in Ihrer Freizeit auch auf ähnliche Produkte – oder auch auf die eigenen Ergebnisse. Fällt es Ihnen schwer, nicht nach Mängeln an den Druckprodukten zu suchen?

Ja, definitiv. Sobald ich einen interessanten Print in der Hand habe, schaue ich mir die Verarbeitung an, taste das Papier ab und rieche im Zweifelsfall auch noch daran. Was zumeist dann doch komische Blicke auf sich zieht.

Wenn Sie einen Wunsch an Ihre Kunden äußern könnten, welcher wäre das?

Entspannter zu werden! Immer muss alles sofort sein – ob Angebote oder ausführliche Antworten auf irgendwelche Fragen. Und bei manchen Sachen braucht man einfach ein bisschen Zeit, um Anforderungen erst einmal prüfen bzw. intern absprechen zu können. Es ist zum Beispiel fast unmöglich, einfach zwischen Tür und Angel eine verbindliche Aussagen zu komplexen Projekten mit diversen Teilprodukten zu machen.

Die Medienfabrik verfügt über Standorte in Gütersloh, Berlin, Bonn, Leverkusen und München. Laut dem Fachmagazin Werben & Verkaufen zählt sie zu den zehn größten unabhängigen Werbeagenturen in Deutschland. Kurze Zeit nach den Fotoarbeiten am Standort in Verl wechselte die Medienfabrik Bertelsmann-intern von der Logistik-Sparte arvato zum Verlagshaus Gruner + Jahr. Die Medienfabrik ist somit zu 90 % Teil des zu Bertelsmann gehörenden Druck- und Verlagshauses.